10.07.2017

Projekt "stadt.land.text NRW 2017" startet: Zehn Stipendien für Regionsschreiber und Regions-schreiberinnen in Nordrhein-Westfalen

Autorinnen und Autoren berichten über kulturelle Vielfalt in NRW

Was zeichnet den Alltag und die kulturelle Vielfalt in Nordrhein-Westfalen aus? Die Antworten liefern ab sofort zehn Regionsschreiber und Regionsschreiberinnen aus Deutschland und Österreich. Bis Ende Oktober berichten sie aus den Kulturregionen Nordrhein-Westfalens. Dabei entstehen unter anderem die „Pottcam“, ein Reise-Logbuch oder auch Kurzgeschichten. Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „stadt.land.text NRW 2017“ in Düsseldorf stellten sich die zehn Autorinnen und Autoren vor, die jeweils durch ein Stipendium in Höhe von 1.000 pro Monat und einen Wohnsitz in der Region unterstützt werden.

Aus dem Vereinsgebiet des Region Köln/Bonn e.V. berichten:

  • Dimitri Manuel Wäsch, Psychologie-Student, für die Kulturregion Bergisches Land
  • Deborah Kötting, freie Autorin und Künstlerin Niederrhein und 
  • Marie-Alice Schultz, Autorin und Künstlerin für die Kulturregion Rheinschiene

Die Arbeiten werden sowohl auf der Website www.stadt-land-text.de als auch bei Lesungen präsentiert.

Die Künstlerinnen und Künstler sind von einer unabhängigen Jury aus knapp 200 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt worden. Die Stipendien wurden anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Regionalen Kulturpolitik ausgelobt. Sie lehnen sich dabei bewusst an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers an.

Die Stipendiaten:

  • Bergisches Land:
    Dimitri Manuel Wäsch (*1990) stammt aus einem kleinen Ort im Rhein-Main-Gebiet und lebt aktuell in Wien, wo er Psychologie studiert. Nach dem Sprung von der ländlichen Gegend zur Metropole wird er nun ins Bergische Land kommen, das ihn dank seiner Kombination von Natur und Stadt besonders reizt. Er setzt auf seine Neugier und Kreativität, um im Rahmen des Stipendiums neue Ausdrucksformen zwischen Belletristik und journalistischem Schreiben zu finden
  • Niederrhein: 
    Deborah Kötting (*1986) arbeitet in Leipzig als freie Autorin, außerdem ist sie Co-Founderin des Künstlerduos Katharsis & Tumult und des VERLAK Verlags. Als Bühnenbildnerin war sie eine Zeit lang für das Be- und Entsorgen allerlei Ausstattung zuständig, so dass sie als Projektidee den Niederrhein beim Entrümpeln, beim Wegwerfen, Sammeln, Verkaufen, Kaufen und Feiern von Dingen begleiten möchte. Bei den entstehenden Kontakten möchte sie den Dingen auf den Grund gehen, Menschen zu ihren Gegenständen befragen und das Spezifische der Region finden.
  • Rheinschiene:
    Marie-Alice Schultz (*1980) lebt als freie Autorin und Künstlerin in Hamburg. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Berlin studierte sie Malerei in Wien. Für ihr Projekt über die Wiener U-Bahn „Stationen, unter anderem. (Mögliche Ansagen für den Untergrund)“ erhielt sie 2011 das Autorenstipendium der Stadt Wien. Bei stadt.land.text NRW 2017 schlägt sie die Idee einer mobilen Stadtschreiberin vor, die das Schreiben selbst in die Öffentlichkeit verlegt und Interessierte daran teilhaben lässt. Statt hinter verschlossener Tür zu arbeiten, zieht sie mit ihrem Schreibtisch in öffentliche Verkehrsmittel und hält unmittelbar fest, was sie dort beobachtet. Entlang der Schienen und Straßen erschließt sich ihr so eine Region in Bewegung. Die durchreisten Orte verbindet Marie-Alice Schultz zu einem Text-Streckennetz, das über die Dauer des Projekts stetig anwächst.

Weitere Informationen, auch zu den Stipendiaten aus den anderen Kulturregionen, unter www.stadt-land-text.de