Integrierte Raumenentwicklung

Gemeinsam regionale Zukunftsperspektiven für den Raum entwerfen

Im Rahmen der integrierten Raumentwicklung sollen die (Teil-)Strategien in den raumrelevanten Arbeitsbereichen des Region Köln/Bonn e.V. miteinander abgeglichen werden (Masterplan Grün 3.0; Rheincharta 1.0, smart region Köln/Bonn). Ziel ist es, zu einer regionalen Verständigung und zu gemeinsam getragenen, aus der Region heraus entwickelten Zielbildern einer zukunftsfähigen Raumentwicklung zu kommen. 

Die Region Köln/Bonn mit ihren Teilräumen ist durch starke funktionale Verflechtungen gekennzeichnet. Innerhalb des räumlichen Umgriffs zwischen Meerbusch im Norden und Bad Honnef im Süden, zwischen Reichshof im Osten und Bedburg im Westen sind die Gebietskörperschaften und Kommunen in Bezug auf Wohn- und Arbeitsstandorte, Infrastruktur, zentrale Einrichtungen, Ver- und Entsorgung, Naherholung etc. auf das Engste miteinander verbunden. Die Standort- und Lebensqualität der Region begründet sich stark aus den funktionalen Bezügen und der Arbeitsteilung ihrer Teilräume.

Die Raumentwicklung in der Region Köln/Bonn ist aktuell und für die Zukunft durch sehr dynamische Wandlungsprozesse gekennzeichnet. Die große Herausforderung für die Region und ihre Akteure besteht darin, dass sich die Veränderungen und Entwicklungen gleichzeitig, nebeneinander, gegenläufig und zum Teil in Konkurrenz zueinander vollziehen.

Die Zentren der Region und ihre direkten Nachbarkommunen auf der Rheinschiene sehen sich mit großen Herausforderungen im Zuge eines auch für die Zukunft prognostizierten Bevölkerungs- und wirtschaftlichen Wachstums konfrontiert. Die dadurch ausgelösten Flächenansprüche stehen in dem bereits dicht besiedelten Raum in Konkurrenz zu den Anforderungen und Zielsetzungen des Freiraumschutzes, der Kulturlandschaftsentwicklung, der Landwirtschaft oder des Hochwasserschutzes.

Die Region Köln/Bonn ist durch vielfältige und wertvolle Kulturlandschaften geprägt. Den Facettenreichtum und die Vernetzung regionaler Freiräume und Kulturlandschaften sicherzustellen und fortzuentwickeln, stellt angesichts der weiter zunehmenden Bedeutung der Kulturlandschaften als Infrastruktur und Standortfaktor für die Region Köln/Bonn im internationalen Wettbewerb eine strategische Zukunftsaufgabe dar. Die zukünftige Kulturlandschaftsentwicklung gilt es dabei im Abgleich mit anderen Raumansprüchen, z.B. der Siedlungsentwicklung, zu gestalten.

Die Lage der Region im Schnittpunkt europäischer Verkehrs- und Transportkorridore und die bedeutenden Industriestandorte in der Region führen schon heute zu einem starken Transit- und Güterverkehrsaufkommen. Prognosen gehen davon aus, dass das Aufkommen in Zukunft noch weiter steigen wird. Nutzungskonkurrenzen zwischen Transit-und Güterverkehr auf der einen und dem alltäglichen Pendlerverkehr in der Region auf Straße und Schiene auf der anderen Seite sind schon heute die Folge und werden sich in Zukunft verstärken. Raumkonflikte zwischen Verkehrs- und vor allem Wohnbauentwicklung werden zunehmen.

In den zentren-ferneren Teilräumen der Region wird der stattfindende demographische Wandel in Form einer weniger und älter werdenden Bevölkerung perspektivisch zu weitreichenden Veränderungen der Siedlungsstruktur führen. Mobilität, Infrastruktur und Daseinsvorsorge werden innerhalb diesen Räumen mittelfristig interkommunal neu zu organisieren sein. Ungeachtet dessen  übernehmen die ländlich geprägten Teilräume der Region schon heute wichtige Funktionen im regionalen Gesamtgefüge. Neben dem Wohnen sind dies vor allem die Bereiche Naherholung sowie Ver- und Entsorgung. Welches Profil und welche Zukunftsperspektiven lassen sich für diese Teilräume entwickeln, welche spezifischen Talente befördern?

Der Optimierung und dem zukunftsfähigen Umbau des regionalen Mobilitätsnetzes kommt angesichts der beschrieben Entwicklungen im Hinblick auf die zukünftige Siedlungsentwicklung in der Region eine strategische Bedeutung zu. Zudem ließen sich durch eine „kluge“ Gestaltung des regionalen Mobilitätssystems in Zukunft erhebliche CO2-Minderungspotenziale erschließen.
Die Energiewende und der damit verbundene Flächenbedarf für Trassen, Windkraftanlagen oder die Biomasseproduktion wird weitreichende Auswirkungen auf die Kulturlandschaften der Region haben. Dies wird in besonderem Maße auch die ländlich geprägten Teilräume der Region betreffen. Die Energiewende bringt hier große Herausforderungen aber auch Chancen mit sich.
Wie sehen mögliche räumliche Zukunftsbilder für die Region aus, die Mobilitäts-, Siedlungs- und Kulturlandschaftsentwicklung vor dem Hintergrund der verschiedenen Entwicklungsherausforderungen ihrer Teilräume integrieren und dabei helfen, die Region im internationalen Wettbewerb weiter zu profilieren?

Arbeitsfelder der Integrierten Raumentwicklung

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