Siedlungsentwicklung - Wachstum und Wandel als regionale Gestaltungsaufgabe

Die zukünftige Siedlungsentwicklung in der Region sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Entlang des Rheins haben sich die Städte Neuss, Leverkusen, Köln und Bonn bedingt durch ein starkes Wachstum in den letzten Jahrzehnten mit ihrem Umland zu einem dichten Siedlungsband entwickelt. Entgegen der Trends in vielen Regionen werden vor allem Köln und Bonn, aber auch die meisten ihrer Anrainerkommunen in Zukunft weiter wachsen. Damit einher geht ein weiterer Flächenbedarf für Wohnraum, aber auch für Industrie, Gewerbe, Dienstleistung und Infrastruktur. Eine Konkurrenz der verschiedenen Flächenansprüche und ein anhaltender Druck auf die verbliebenen Freiräume sind die Folge.
Im weiteren Umland und den ländlich geprägten Teilen der Region zeigt sich ein anderes Bild. Neben starken Mittelzentren prägen Kleinstädte bis hin zu Ortsteilen, Kirchdörfern und Weilern die Siedlungsstruktur. Während in der Vergangenheit auch hier ein kontinuierliches Bevölkerungs- und Siedlungswachstum zu verzeichnen war, ist künftig eher mit einer Stagnation oder einem Rückgang sowie einer Überalterung der Bevölkerung zu rechnen. Hiervon entkoppelt entwickelt sich jedoch in einigen Bereichen die Wirtschaft. So benötigen hochspezialisierte und –qualifizierte Produktionsstandorte z.B. im Bergischen auch künftig Entwicklungsmöglichkeiten. Im Linksrheinischen existiert eine starke Nachfrage nach Logistikflächen.

Die Region Köln/Bonn bzw. ihre Teilräume sind durch sehr enge funktionale Verflechtungen miteinander verbunden. Entsprechend intensiv ausgeprägt sind unter anderem die innerregionalen Pendlerbezüge. Auf der Rheinschiene stößt die hierfür relevante Infrastruktur zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. In den ländlich geprägten Teilen der Region ist der öffentliche Verkehr demgegenüber mit der Herausforderung abnehmender Fahrgastzahlen konfrontiert. Die Binnenmobilität der Bevölkerung steht zudem in Konkurrenz zu den schon heute starken und in Zukunft noch weiter anwachsenden Transitverkehren, die sich aus der Lage der Region im Schnittpunkt europäischer Verkehrs- und Logistikkorridore ergeben.

Wie kann vor diesem Hintergrund eine zukunftsfähige integrierte Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung in der Region gestaltet sein? Welche Chancen liegen in einer interkommunalen Kooperation bei der Bewältigung der gemeinsamen Wachstumsherausforderungen auf der Rheinschiene? Wie können in den ländlich geprägten Räumen der Region Daseinsvorsorge, Infrastruktur und Mobilität für die Zukunft gesichert werden? Wie können das Profil und die Funktion der Teilräume im regionalen Gefüge weiter ausgebaut werden und wie sehen zukunftsfähige Raumbilder für die Region Köln/Bonn aus.

Ziel im Handlungsfeld ‚Siedlungsentwicklung‘ ist es, dahingehende Strategien und Konzepte bis hin zu Projekten gemeinsam mit den Akteuren der Region zu entwickeln und umzusetzen.

Kontakt:

Jens Grisar
grisar[at]region-koeln-bonn.de
0221-925 477-40