133 Millionen Euro für das Forschungs- und Transferzentrum der TH Köln

Umsetzung des Center for Innovation with Nature in Erftstadt-Liblar kann starten

Wichtiger Meilenstein für das Center for Innovation with Nature (CEIN) der TH Köln: Am 2. November 2026 hat Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den Förderbescheid für das geplante Forschungs- und Transferzentrum CEIN übergeben. Mit rund 133 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen – bereitgestellt im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen – soll in Erftstadt-Liblar ein neuer Forschungsstandort entstehen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Klimaresilienz, nachhaltige Ressourcennutzung sowie zukunftsfähige Infrastruktursysteme.

Das Rheinische Revier biete ideale Voraussetzungen für CEIN, betonte Ministerin Ina Brandes. Es entstehe eine europäische Modellregion für Energieversorgung und Klimaschutz. 

Auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, unterstrich die Bedeutung des Vorhabens für den regionalen Strukturwandel. Das CEIN werde Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen und einen Raum für Austausch und gemeinsame Ideen schaffen. Von den dort erarbeiteten Lösungen für mehr Klimaresilienz könne die Region unmittelbar selbst profitieren. 

Reallabor verbindet Forschung und gesellschaftliche Beteiligung

Konzipiert ist das CEIN als Reallabor und damit als offener Lern- und Experimentierraum, in dem wissenschaftliche Methoden mit gesellschaftlichem Erfahrungswissen zusammengeführt werden. Neue Technologien, soziale Innovationen und planerische Konzepte sollen unter realen Bedingungen erarbeitet, erprobt weiterentwickelt werden. Neben Forschung und Transfer stehen deshalb auch Vernetzung, Vermittlung und Beteiligung im Mittelpunkt.

Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln, betonte, dass Wissen, Innovation, Beteiligung, Dialog und Vertrauen wesentliche Voraussetzungen seien, damit Veränderung gelingen könne. Daher sei bereits der gesamte Planungsprozess in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Erftstadt, dem Rhein-Erft-Kreis sowie dem Region Köln/Bonn e.V. erfolgt.

Nachhaltiges Gebäude als Teil des Forschungsansatzes

Das CEIN wird auf einer Fläche von rund 27.700 Quadratmetern in Erftstadt-Liblar errichtet. Vorgesehen ist ein Gebäude mit flexibel nutzbaren Forschungs- und Projekträumen und offenen Begegnungsbereichen. Hinzu kommen Möglichkeiten für experimentelle Versuchsaufbauten, digitale und hybride Forschungsumgebungen sowie Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen.

Auch der Bau selbst wird zum Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeit: Das Gebäude soll klimaneutral und energiepositiv konzipiert und unter anderem aus Holz, Naturstein und Ziegeln errichtet werden. Seine konstruktiven, räumlichen und technischen Elemente sollen erforscht, erprobt und demonstriert werden. Gleiches gilt für die Außenanlagen, die als integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts angelegt werden. 

Von der Theorie in die Praxis

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen möglichst schnell in die praktische Anwendung gelangen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt daher auf Ausgründungen und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Studierende erhalten am CEIN die Möglichkeit, eigene Forschungs- und Projektideen unternehmerisch weiterzuentwickeln. Ergänzend sind Qualifizierungsangebote sowie Unterstützung bei der Gründung von Start-ups im Bereich Klimaresilienz vorgesehen.

Ziel sei es, dass aus der Forschung in Erftstadt neue Geschäftsideen und qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, wie Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, erklärte.

Impuls für die gesamte Region Köln/Bonn

Die zentralen Themenfelder des CEIN reichen in ihrer Bedeutung weit über das Rheinische Revier hinaus. Klimaresilienz, nachhaltige Ressourcennutzung und zukunftsfähige Infrastrukturen sind wichtige Handlungsfelder im Rahmen des Umbaus und der Entwicklung der gesamten Region Köln/Bonn. Entsprechend bilden diese Themen auch tragende Säulen des Agglomerationsprogramms Region Köln/Bonn, das die Umsetzung und Positionierung innovativer und beispielhafter Projekte unterstützt. Der Region Köln/Bonn e.V. begleitet die Bestrebungen der TH Köln daher von Beginn an und wird die Hochschule, den Rhein-Erft-Kreis sowie die Stadt Erftstadt auch bei der erfolgreichen Umsetzung und Implementierung des Projektes in der Region unterstützen.

 

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