Gute Nachrichten für den Rhein-Sieg-Kreis und die Weiterentwicklung der „Teichlandschaft Lohmarer Wald“: Das Zukunftsprojekt hat Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Den offiziellen Förderbescheid übergab Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, am 14. August 2026 vor Ort an den Stallberger Teichen in Lohmar.
Die Teich- und Moorlandschaft im Lohmarer Wald gehört zu den ökologisch wertvollsten und zugleich kulturhistorisch bedeutendsten Naturräumen des Rhein-Sieg-Kreises. Die bewirtschaftete Teichlandschaft bildet gemeinsam mit Heidemooren, Sumpfwäldern und Bachauen ein Mosaik seltener Lebensräume mit einer außergewöhnlich hohen Biodiversität.
Bei den „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ handelt es sich um ein Projekt der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand und Agglomerationsprogramms des Region Köln/Bonn e.V.. Das Projekt wird die wertvolle und gewachsene Kulturlandschaft dauerhaft erhalten. Dazu tragen die EFRE-Fördermittel aus dem Programm „Grüne Infrastruktur Nordrhein-Westfalen“ maßgeblich bei, um die sich das Projekt unter Federführung des Rhein-Sieg-Kreises im vergangenen Jahr beworben hatte. Der Förderbescheid wurde jetzt von Minister Oliver Krischer an Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, übergeben. „Intakte Moore, naturnahe Wälder und artenreiche Gewässer sind unverzichtbar für den Klima- und Naturschutz“, sagte Umweltminister Krischer bei der Übergabe. „Das Projekt zeigt beispielhaft, wie ökologische Aufwertung, nachhaltige Nutzung und Naturerleben miteinander verbunden werden können.“
Landrat Schuster ergänzte: „Mit dem Projekt ‚Teichlandschaften Lohmarer Wald‘ bewahren wir ein einzigartiges Natur- und Kulturerbe für kommende Generationen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Biodiversitätsschutz. Jeder Euro, den wir heute in die Teichlandschaften Lohmarer Wald investieren, ist eine Investition in die Zukunft: in den Schutz seltener Arten, in den natürlichen Wasserrückhalt, in die Anpassung an den Klimawandel und in die Bewahrung einer einzigartigen Kulturlandschaft für kommende Generationen!“ Neben Schuster waren bei dem Termin auch Stefan Rosemann (Bürgermeister der Stadt Siegburg), Florian Westerhausen (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Lohmar), Thomas Kämmerling (Leiter des Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen), sowie Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner anwesend.
Projekt kombiniert unterschiedlichen Nutzungsinteressen und Ansprüche
Das Projekt ist in der Programmlinie „Regionale blau-grüne Infrastruktur aufbauen, vernetzen und betreiben“ angesiedelt und verbindet Biodiversitätsschutz, Klimaanpassung, nachhaltige Teichwirtschaft und naturverträgliche Erholung miteinander. Zentrale Ziele des Projektes sind die sogenannte Wiedervernässung ehemaliger Moorflächen und die Stabilisierung der Heidemoore, die Erhaltung und Renaturierung von Sumpfwäldern, die Bindung von CO₂ in Moorböden, die Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts im Sinne einer „Schwammlandschaft“ sowie die Vernetzung sensibler Lebensräume. Um zudem den Bedürfnissen der Naherholung Rechnung zu tragen, setzt das Projekt auf eine sogenannte „Stille Erholung“. Das bedeutet eine gezielte Lenkung von Besucher*innen und Besuchern, die Schaffung attraktiver, aber naturverträglicher Naturerlebnispunkte, Informationsangebote vor Ort und digital und somit die Sensibilisierung der Bürger*innen für die Besonderheiten des Gebietes.
