Am 2. September 2026 überreichte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen in Kerpen einen Förderbescheid in Höhe von 26,9 Millionen Euro an die Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich. Der notwendige Eigenanteil von zusätzlich rund 3,1 Millionen Euro konnte durch private Zuwendungen über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie durch eine weitere Spende der Isabel und Balz Baechi Foundation sichergestellt werden.
Die Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen stammt aus den Mitteln des Strukturwandels und soll das barocke Schloss-Ensemble in Türnich, bestehend aus Herrenhaus, Kapelle und Landschaftspark, in einen öffentlich zugänglichen Informations-, Begegnungs- und Erfahrungsort transformieren und somit zu einem wichtigen Zukunftsort im rheinischen Revier machen.
Die Grundwasserabsenkung im Zuge des Braunkohleabbaus im Rheinischen Revier hatte einst Auswirkungen auf die Statik des Herrenhauses, das daher seit 1979 nicht mehr bewohnt wird. Seit 2017 befindet sich die Schlossanlage nun im Eigentum der gemeinnützigen Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich. Dank der Förderung kann das kulturhistorisch wertvolle Barrock-Ensemble denkmalgerecht instandgesetzt und als öffentlicher Ort für Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Transformation, Natur und Innovation nachgenutzt werden.
Das Vorhaben fügt sich dabei in eine Reihe weiterer regionalrelevanter Projekte entlang der Erft ein, die exemplarisch für die Themen grüne Infrastruktur, Natur, Nachhaltigkeit und Bildung stehen und zur zukunftsweisenden Entwicklung im Rheinischen Revier beitragen. So etwa das Naturparkzentrum Gymnicher Mühle, das als Teil des „Erlebnisraums Erftaue“ im Rahmen des Regionale 2010-Projektes „RegioGrün“ nach mehrjähriger Projekt- und Bauphase zu einem außerschulischen Lernort mit Erftmuseum, Wasserwerkstatt und Wassererlebnispark entwickelt wurde. Heute ist das Regionale-Projekt „RegioGrün“ als realisiertes und vorbildhaftes Projektbeispiel Teil der Programmlinie „Regionale grün-blaue Infrastrukturen aufbauen, vernetzen und betreiben“ des Agglomerationsprogramms Region Köln/Bonn.
Ein weiteres Beispiel ist auch das Projekt „Center for Innovation with Nature“ (CEIN) der Technischen Hochschule Köln in Erftstadt-Liblar, das sich aktuell in der Umsetzung befindet. Wie beim Projekt „Zukunftsforum Schloss Türnich“, hat der Region Köln/Bonn e.V. auch die TH Köln von Beginn an bei Ihrem Vorhaben begleitet und unterstützt. Ziel der Hochschule ist die Errichtung eines praxisnahen Lehr- und Forschungsstandorts der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme. Das Reallabor wird sich nach Fertigstellung mit den Themen nachhaltige Infrastrukturen, Klimaresilienz und Ressourcennutzung befassen und dabei die Kooperation von Wissenschaftler*innen und externen Partner*innen fördern, um gemeinsam Lösungen für eine klimafreundliche Transformation des Rheinischen Reviers zu erarbeiten.
All diese Projekte sind jedoch nicht nur für den Strukturwandel im Rheinischen Revier relevant, sondern haben eine enorme Bedeutung für die zukunftsfeste Entwicklung der gesamten Region. Entsprechend bilden genau diese Thematiken tragende Säulen im Agglomerationsprogramm der Region Köln/Bonn, das die Umsetzung und Positionierung innovativer und vorbildhafter Projekte befördert.
