Im EFRE-Projekt „Von den kommunalen Wärmeplänen zur Wärmewende in der Region Köln/Bonn“ wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Potenzielle Kernaufgaben für eine erfolgreiche Wärmewende in der Region Köln/Bonn konnten aus den ersten noch vorläufigen Ergebnissen der Datenanalyse abgleitet werden.
Inhaltlich stand zu Beginn des Workshops, an dem regionale Expert*innen aus den Kreisen und Kommunen, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Einrichtungen des Landes eingeladen waren, die Vorstellung der Analyseergebnisse im Fokus, die der Projektpartner Fraunhofer UMSICHT aus den bereits politisch beschlossenen Wärmeplänen der Region ziehen konnte. Grundlage für die Datenanalyse waren die durch das Projektteam vorgeschlagenen und durch die projektbegleitende Steuerungsgruppe, auf ihrer Sitzung am 24. April, verifizierten Arbeitshypothesen.
Im ersten Schritt wurden vorläufige Zwischenergebnisse aus der Auswertung der vorliegenden Wärmeplanungsberichte und ihrer Maßnahmenkataloge vorgestellt und in Kleingruppen vertieft diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die verschiedenen Potentiale zur Nutzung Erneuerbarer Wärmequellen in der Region unterschiedlich bedeutsam sind. So bleibt etwa das regional hohe Potential industrieller Abwärme bislang weitgehend ungenutzt und konzentriert sich auf einzelne Standorte nahe dem Rhein. Mit Blick auf den hohen Anteil dezentraler Lösungen lässt sich ableiten, dass das Thema der Kommunikation und der Bedarf an regionalen Kümmerern für Insellösungen weiter in den Blick genommen werden sollten. Eine gute und gezielte Kommunikation ist in Bezug auf das Thema Sanierungsquote zu nennen, bei dem ein regionales gemeinsames Vorgehen geprüft werden kann. Von regionalem Interesse scheint nach ersten Ergebnissen zudem der Umgang mit Oberflächengewässern als Wärmequelle und -speicher zu sein. So zeigen die Analysen eindeutig das Potenzial auf, stellen aber Unsicherheiten in Bezug auf deren Nutzung dar. Weiterhin zeichnet sich ab, dass interkommunale Kooperationen in einigen Wärmeplänen zumindest organisatorisch mitgedacht, konkrete infrastrukturbezogene Bauvorhaben aber nur vereinzelt beschrieben werden. In den kommenden Schritten werden die Auswertungen durch den Abgleich mit weiteren Wärmeplänen und Datenquellen aus der Region erweiternd überprüft und die daraus abgeleiteten Kernaufgaben räumlich verortet, um die Kooperationsräume für die Wärmewende der Region genauer zu charakterisieren. Aufbauend auf den Analyseergebnissen wurden zudem erste Ideen zu möglichen Kernaufgaben gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Diese bilden im kommenden Jahr die zentrale Grundlage für die Arbeit der Facharbeitsgruppen, die sich zu spezifischen Themen intensiver auseinandersetzen und Lösungen entwickeln sollen, die Übertragbarkeit gewährleisten. Erste Ideen des Workshops beziehen sich auf die Themen: Kommunikation, regionale Kümmerer, Netzausbau und mögliche Wärmequellen aus Erneuerbaren Energien, insbesondere die Nutzung von Abwärme und dem Umgang mit Biomasse.
Die Datenanalyse wird fortgeschrieben und die Ergebnisse aus dem Workshop werden mit der Steuerungsgruppe Ende August vertiefend besprochen und Anfang des kommenden Jahres in einer regionalen Veranstaltung am 20. Januar 2027 der Region vorgestellt.
Mit der Durchführung des Expert*innen-Workshops ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, um die Zusammenarbeit in der Region zu stärken, die Transformation des Wärmesektors aktiv voranzutreiben und dadurch die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Agglomerationsraums zu stärken.
Hintergund des Projekts ist das Anliegen der Region und des Region Köln/Bonn e.V., auf Basis der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit des Raums gemeinsam einen Strategieprozess für die nachhaltige Wärmewende zu initiieren und zu koordinieren. Von zentraler Bedeutung ist es, die vielfältige Akteurslandschaft aktiv in den Bearbeitungsprozess einzubeziehen, um regionales Wissen zu bündeln und dadurch die Anschlussfähigkeit zu lokalen Aktivitäten zu gewährleisten. Im Juli 2026 haben bereits über die Hälfte der 72 Kommunen innerhalb der Region Köln/Bonn ihren Wärmeplan politisch beschlossen. Fast alle weiteren Kommunen befinden sich im Bearbeitungsprozess und planen den Beschluss weit vor der gesetzlichen Frist Ende Juni 2028.
