Spatenstich für Rheinwassertransportleitung

Startschuss für die neue Seenlandschaft im Rheinischen Revier

RWE

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich ist am 17. März 2026 der Bau der Rheinwassertransportleitung zwischen Rhein und den Tagebauen gestartet. Gemeinsam mit Vertreter*innen von Kommunen, Kreisen und weiteren regionalen Akteur*innen gab der Energiekonzern RWE damit den Auftakt für eines der zentralen Infrastrukturprojekte des Strukturwandels. Symbolisch wurde zudem eines der insgesamt rund 10.000 benötigten Rohre unterzeichnet.

Die Rheinwassertransportleitung ist ein wesentlicher Baustein für die künftige Gestaltung der Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler. Mit dem Ende der Braunkohleförderung ab 2030 rückt die Wiedernutzbarmachung der Flächen in den Fokus. Geplant ist die Entwicklung einer großflächigen Seenlandschaft. Die Planungen für die Befüllung der Tagebaue mit Rheinwasser reichen mehrere Jahrzehnte zurück und wurden im Zuge des Kohleausstiegs weiter konkretisiert.

Technische Daten und Bauablauf 
Die Rheinwassertransportleitung wird auf einer Länge von rund 45 Kilometern gebaut. Zum Einsatz kommen großdimensionierte Stahlrohre mit Durchmessern von bis zu 2,20 Metern. Der Bau erfolgt abschnittsweise in offener und geschlossener Bauweise, etwa bei Querungen von Straßen, Bahnstrecken oder sensiblen Bereichen. Entlang der Trasse entstehen zudem mehrere zentrale Bauwerke, z.B. ein Entnahme- und Pumpbauwerk bei Dormagen zur Wasseraufnahme aus dem Rhein, ein Verteilbauwerk bei Grevenbroich-Allrath zur Aufteilung der Wassermengen in Richtung Hambach und Garzweiler sowie Einleitbauwerke für die kontrollierte Befüllung der künftigen Seen.

Ein erster Bauabschnitt umfasst rund sieben Kilometer entlang des sogenannten „Speedways“, einer ehemaligen Förderbandtrasse, die im Zuge der Regionale 2010 zu einem Freizeitweg für Spaziergänger und Radfahrer umgebaut wurde. In diesem Bereich werden zwei parallele Leitungen verlegt, die auch die Erft unterqueren. Der Speedway bleibt während der Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende 2027 gesperrt.

Die Bauzeit der Rheinwassertransportleitung beträgt rund fünf Jahre. Die Fertigstellung der ist für 2030 vorgesehen. Anschließend beginnt die Befüllung des Tagebaus Hambach, gefolgt von Garzweiler ab 2036.

Neue Seenlandschaft mit vielfältigen Perspektiven 
Mit der Entwicklung des Rheinischen Seenlands entsteht über mehrere Jahrzehnte ein neuer Landschaftsraum. Ziel ist eine Kombination aus ökologischer Aufwertung, Freizeitnutzung und wirtschaftlicher Entwicklung. Die geplanten Seen sollen Lebensräume für Flora und Fauna schaffen, Feuchtgebiete stabilisieren und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Tourismus, Naherholung und Arbeitsplätze bieten.

Mit dem Baustart der Rheinwassertransportleitung wird der Wandel vor Ort konkret sichtbar. Die Umgestaltung der ehemaligen Tagebaue hin zu einer neuen Seenlandschaft gilt als Schlüsselprojekt für die Zukunft der Region – mit dem Ziel, Lebensqualität, wirtschaftliche Perspektiven und ökologische Entwicklung miteinander zu verbinden.

 

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