Am 9. September 2056 kamen die Mitgliedervertreter*innen des Region Köln/Bonn e.V. an einem ganz besonderen Ort zur alljährlichen Mitgliederversammlung zusammen, der die projektorientierte Ausrichtung des Vereins verdeutlicht. Das ehemalige Kraftwerk Frimmersdorf in Grevenbroich ist ein Leuchtturm des Strukturwandels an der Erft und zugleich vorbildhaftes Zukunftsprojekt im Agglomerationsprogramm der Region Köln/Bonn.
Bereits vor der offiziellen Sitzung durften sich die anwesenden Mitgliedervertreter*innen einen Überblick über das Gelände verschaffen und erhielten einen exklusiven Einblick in die 550 Meter lange Turbinenhalle des einst größten Braunkohlekraftwerks der Welt. Heute ist das Kraftwerk Frimmersdorf mit einer Fläche von rund 70 Hektar eines der größten Konversionsprojekte der Region Köln/Bonn und als solches Teil der Programmlinie „Wirtschaftsflächen zukunftsfähig (interkommunal) entwickeln“ des Agglomerationsprogramms.
In seiner Begrüßung als Gastgeber betonte Thomas Körber, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, dass der Kraftwerksstandort Frimmersdorf wie kein anderer im Revier für „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ stehe. Seit 1953 habe der Standort als wichtiger Ort der Stromerzeugung zur industriellen Entwicklung Deutschlands beigetragen. Mit dem Rückbau, der im Februar 2026 mit der Sprengung des Kühlturms begonnen habe, werde nun der Weg für eine zukunftsfähige Nachnutzung des Areals bereitet. Anhand aktueller und vergangener Projektbeispiele unterstrich Körber zudem die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit mit dem Verein und eines gemeinsamen Handelns von Wirtschaft, Kommunen, Kreisen und Land.
An diese Perspektive knüpfte Henk Brockmeyer, Geschäftsführer der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN, an und gewährte einen Blick auf die künftige Entwicklung des Standortes. Frimmersdorf sei durch die Autobahn und den nahegelegenen Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf verkehrstechnisch gut angebunden und biete mit der umliegenden Forschungslandschaft beste Voraussetzungen für die Entwicklung hin zu einem innovativen Wirtschaftsstandort. Aktuell laufe das Bieterverfahren für die Errichtung eines Rechenzentrums. Davon erhoffe man sich auch die Ansiedlung weiterer Unternehmen, die von den Strukturen vor Ort profitieren könnten. Gleichzeitig soll mit dem Denkmalpfad im Bereich der Kraftwerksblöcke A bis D ein Wissensort entstehen, an dem die Geschichte des Kraftwerks und der Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier erfahrbar wird. Grundlage für dieses Zielbild war ein zweijähriges Werkstattverfahren, in dessen Rahmen neben dem Region Köln/Bonn e.V. auch die Kommune, der Kreis, das Land Nordrhein-Westfalen, der LVR und weitere Akteure konstruktiv zusammengearbeitet haben.
Die Notwendigkeit von Kooperationen betonte auch Katharina Reinhold, Landrätin des Rhein-Kreises Neuss, in ihrer Begrüßung, in der sie die den Veranstaltungsort als ein bedeutendes Beispiel des Transformationsprozesses im Rheinischen Revier hervorhob. Für diese Art der zukunftsorientierten Entwicklung und Zusammenarbeit sei der Region Köln/Bonn e.V. ein lebendiges Beispiel, weshalb der Rhein-Kreis Neuss seit nunmehr 15 Jahren überzeugtes Mitglied sei. Die Vielfalt der behandelten Themen und der gemeinsame Wissenstransfer sowie die Unterstützung durch das vereinseigene Fördermanagement COMPASS seien für den Kreis enorm wichtig.
Bevor es unter der Leitung von Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und Vorstandsvorsitzender des Region Köln/Bonn e.V., in den formellen Teil der Versammlung überging, bat dieser die anwesenden Mitgliederverter*innen um eine Schweigeminute, um gemeinsam Fritz Schramma zu gedenken. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Köln (2000–2009) war am 17. August 2026 verstorben. Als langjähriges Vorstandsmitglied (2000–2009) und Vorstandsvorsitzender (2007–2009) des Vereins, war sein Wirken für die Region auch außerhalb der Stadt Köln deutlich spür- und sichtbar. Während seiner Zeit im Vorstand trug er unter anderem maßgeblich zum Gelingen des Landesstrukturprogramms Regionale 2010 bei, deren Projekterfolge bis heute in der Region Köln/Bonn wirken.
Anschließend gab Dr. Molitor, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V., einen Überblick über die Arbeit des Vereins im vergangenen Geschäftsjahr sowie die anstehenden Termine und Vorhaben. Im Mittelpunkt stand zudem die umfangreiche Projektlandschaft im Agglomerationsprogramm der Region Köln/Bonn. Die Mitgliederversammlung entlastete nach positiven Beschlüssen zum Geschäftsbericht und zum Jahresabschluss den Vorstand des Vereins einstimmig. Auch die anschließend vorgestellte Perspektive der Vereinsarbeit für die kommenden Jahre erhielt einhellige Zustimmung durch die anwesenden Mitgliedervertreter*innen. Zudem wurde Rainer Deppe, Vorsitzender des Regionalrats Köln, in seinem Amt als Vertreter der Mitgliederversammlung im Vorstand des Vereins bestätigt.
