Das neue operationelle Programm NRW EFRE 2021-2027

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung „EFRE“ ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik, deren Ziel es ist, die Ungleichheiten zwischen den Regionen auszugleichen und Regionen mit Entwicklungsrückständen und Strukturproblemen gezielt zu fördern.

Der EFRE Nordrhein-Westfalen fördert insbesondere Maßnahmen, die dazu beitragen, Betriebe wettbewerbsfähig zu machen und Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen zu schaffen. Außerdem unterstützt der EFRE Maßnahmen, die Innovationen, Forschung und technologischen Entwicklung voranbringen, einen Beitrag zum Klimaschutz und dem Schutz der Umwelt leisten und die Kommunen in NRW dabei unterstützen, benachteiligte Gruppen zu integrieren und die Städte und Quartiere lebenswerter zu gestalten.

In diesem Jahr ist die neue EU-Strukturförderperiode 2021 – 2027 gestartet. Dazu gehört auch ein neues Operationelles Programm (OP) zur Umsetzung der EFRE-Förderung in NRW. Anders als erwartet, fällt das Programmvolumen des EFRE in NRW in der neuen Strukturförderperiode höher aus. In der letzten Förderperiode 2014 – 2020 betrug das Gesamtvolumen 2,4 Mrd. Euro für das Bundesland NRW; in der neuen Förderperiode 2021 – 2027 erhöht sich das Gesamtvolumen auf 3,1 Mrd. Euro.

Der EFRE fördert Projekte entlang von vier Prioritäten:

  1. Innovatives NRW (40 Prozent der Mittel)
  2. Mittelstandsfreundliches NRW (16,5 Prozent der Mittel)
  3. Nachhaltiges NRW (30 Prozent der Mittel)
  4. Lebenswertes NRW (13,5 Prozent der Mittel)

Das OP EFRE orientiert sich stark an den Inhalten der Innovationsstrategie des Landes NRW. Ein Fokus liegt auf der Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Außerdem soll der Wissenstransfer von der Forschung in die Wirtschaft intensiviert werden. Neu ist zum Beispiel, dass vom Verfahren der Leitmarktwettbewerbe (EFRE 2014 – 2020) abgesehen wird. Dafür wird es sogenannte Innovationswettbewerbe für KMU geben, mit denen eine Förderung ermöglicht wird – unabhängig davon, welche Technologie zum Einsatz kommt. Auch Start-Ups profitieren vom neuen EFRE-Programm, insbesondere wenn es um die Themen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft geht, welche im Rahmen des Europäischen Green Deals Eingang in die neuen Strukturförderprogramme gefunden haben. Dazu gehört auch die Förderung von nachhaltigen, multimodalen Mobilitätssystemen als Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft.

Förderung „Grüner Infrastruktur“

Darüber hinaus fördert der neue EFRE vermehrt auch investive Maßnahmen, wie zum Beispiel im Bereich der „Grünen Infrastruktur“. Hierfür wird künftig kein integriertes Handlungskonzept mehr als Fördergrundlage benötigt, dies stellt eine Erleichterung gegenüber der abgelaufenen EFRE-Förderphase dar. Erstmalig werden außerdem Maßnahmen im Bereich der Klimawandelanpassung förderfähig sein, dazu gehört zum Beispiel Maßnahmen im Bereich der Katastrophenvorsorge und die Umgestaltung von Flächen, die besonders betroffen von Hitze- oder Starkregenereignissen sind.

Federführend für das OP EFRE ist das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW, welches das finalisierte Programm im Mai 2021 an die Europäische Kommission zur Genehmigung übermittelt hat. Die Genehmigung des OP EFRE erfolgt voraussichtlich im Sommer; mit ersten Programmaufrufen ist dann im Herbst 2021 zu rechnen.

Der Region Köln/Bonn e.V. ist formal durch seine Tätigkeit im Arbeitskreis EFRE.2021 – 2027 in die Ausgestaltung des OP EFRE eingebunden. Gemeinsam mit dem Verbund regionen.NRW hat der Region Köln/Bonn e.V. Stellungnahmen zu den Inhalten des neuen Programms abgegeben, in denen das Anliegen geäußert wurde, die strukturpolitische Hebelwirkung von Einzelprojekten des EFRE durch die Einbettung in regionale Entwicklungsstrategien zu erhöhen.

Das COMPASS-Fördermittelmanagement steht den AkteurInnen der Region für Fragen und Förderanliegen zum EFRE NRW zur Verfügung und unterstützt beim Aufbau von dezentralen Förderstrukturen.

11.05.2021