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Regionaler Fachdialog Klimawandelvorsorge – Workshop Hochwasser am 7. September 2022

Am 7. September 2022 fand im Rahmen des Fachdialogs zur Klimawandelvorsorge in der Region Köln/Bonn der vorläufig letzte thematische Workshop dieser Reihe zum Thema Hochwasser und Klimawandelvorsoge statt. Mit rund 140 Teilnehmenden aus der Region stieß der Workshop auf großes Interesse.

Zu Beginn der Veranstaltungen berichteten Dr. Dietmar Jansen vom Erftverband, Georg Wulf vom Wupperverband und Prof. Lothar Scheuer vom Aggerverband in einem gemeinsamen Vortrag von den Arbeiten der regionalen Gewässerverbände im Rahmen der Neuausrichtung von Hochwasserschutz und -vorsorge entlang der regionalen Gewässersysteme in Folge der Starkregen- und Sturzflutereignisse im Sommer 2021. Dabei wurden u.a. das interkommunale Hochwasserschutzkonzept des Erftverbands, die Bewirtschaftung der Talsperren in ihrer Funktion als Trinkwasserspeicher und Hochwasserretentionsräume im Gewässersystem der Wupper und Dhünn sowie Anpassungsmaßnahmen des naturbasierten Hochwasserschutzes entlang der Agger beleuchtet.

Dr. Marlene Willkomm von den Stadtentwässerungsbetrieben Köln zeigte in ihrem Vortrag Maßnahmen, Konzepte und Datengrundlagen des Hochwasserschutzes in Köln auf, die als Folge der Rheinhochwasser in den 1990er-Jahren entwickelt und umgesetzt wurden.

Screenshot digitaler "Workshop Starkregen"
© Region Köln/Bonn e.V.

In einem weiteren Beitrag erklärte Herr Prof. Dr. Lothar Kirschbauer von der Hochschule Koblenz, wie Hochwasserschutz als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe zu verstehen ist und ging dabei unter anderem auf praxisnahe Beispiele zum privaten Objektschutz ein.

Screenshot digitaler "Workshop Starkregen"
© Region Köln/Bonn e.V.

Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre waren Grundlage für eine Überarbeitung des Bundesraumordnungsplans Hochwasserschutz. Dieser verpflichtet Träger bedeutsamer Planungen zur Identifizierung von Hochwasserrisiken, Vulnerabilitätsanalysen für Raumnutzungen und die Bestimmung ihrer Schutzbedürftigkeit. Herr Klaus Einig und Dr. Matthias Furkert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellten die überarbeiteten Inhalte vor und berichteten kritisch davon, dass sich aktuelle Fortschreibungen von Landesentwicklungsplänen stellenweise noch unzureichend auf den neuen Bundesraumordnungsplan Hochwasserschutz beziehen. Dies macht künftig eine stärkere Kommunikation und Information über die veränderten Rahmenbedingungen notwendig.

Die Veranstaltung endete mit einer Übersicht zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zur Hochwasservorsorge. Im Fokus stand dabei die Förderrichtlinie Hochwasserrisikomanagement und die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die den meisten kommunalen Akteur*innen ein Begriff ist. Die Rahmenbedingungen dieser Richtlinie haben sich zum Anfang des Jahres verbessert. So sind im Zuge eines 10-Punkte-Arbeitsplans Hochwasserschutz unter anderem wesentlich mehr finanzielle Mittel bereitgestellt worden. Mittelfristig soll zudem mehr Personal für die schnellere Bearbeitung von Anträgen bereitgestellt sowie das Antragsverfahren digitalisiert werden.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse des regionalen Fachdialogs mit der Auftaktveranstaltung und den seit Beginn des Jahres durchgeführten thematischen Workshops werden in den nächsten Wochen aufbereitet und sollen in einem Regionalforum im 1. Quartal 2023 präsentiert und mit regionalen Entscheidungsträger*innen aus Verwaltung und Politik diskutiert werden.

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