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Machbarkeitsstudie Wasserbus

Perspektive für ein regionales Wasserbussystem auf dem Rhein

25.5.2020 / aktualisiert am 15.2.2021

Gerade in den dicht besiedelten Städten entlang des Rheins vermutet man Potenziale zur Verminderung der Verkehrsprobleme durch den Einsatz sogenannter Wasserbusse. Sie könnten als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zur Entlastung der Pendlerverkehre beitragen. Die Potenziale werden aktuell durch eine Machbarkeitsstudie bis ins Frühjahr 2021 näher beleuchtet.

Im Zentrum der Studie steht die Untersuchung folgender Schwerpunkte:

  • die Entwicklung möglicher Linien- und Bedienkonzepte auf Basis aktueller und künftiger Siedlungs-, Struktur- und Mobilitätsdaten
  • die Prüfung der Möglichkeiten, Wasserbusse in das bestehende regionale ÖPNV-System stufenweise zu integrieren
  • die Verknüpfung mit Verkehrsmitteln des Umweltverbunds, speziell mit dem Radverkehr unter Berücksichtigung entsprechender Fahrradmitnahmemöglichkeiten
  • die Prüfung des Einsatzes regenerativer Energien für den Antrieb der Wasserbusse
  • die Klärung der Nutzungspotenziale unter Berücksichtigung einer volkswirtschaftlichen Betrachtung – d.h. über die reinen Investitions- und Betriebskosten hinaus
  • die Identifikation notwendiger Schritte für die Einrichtung eines Wasserbussystems und die Vorlage einer belastbaren zeitlichen Planung für die Umsetzung

Erster Zwischenbericht vorgelegt

Anfang Februar 2021 stellten die Planungsbüros erste Zwischenergebnisse vor. Insgesamt wurden 70 potenzielle Wasserbus-Verbindungen in und zwischen Köln, Wesseling und Leverkusen geprüft. Der erste Zwischenbericht kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Der Wasserbus kann häufig eine gute Alternative zum klassischen Nahverkehr und dem Pkw-Verkehr darstellen
  • Zum Wasserbus-Kernnetz zählen die Planer das Rheinufer entlang der Kölner Innenstadt sowie der Stadtteile Riehl, Niehl, Mühlheim, Deutz, Porz sowie Leverkusen-Wiesdorf. Dort besteht eine hohe Nachfrage nach einer zusätzlichen Nahverkehrsanbindung, so dass der Einsatz eines Schiffs als Wasserbus sinnvoll wäre, auch aufgrund der vorliegenden überwiegend guten Anbindungen an das Stadtbahnnetz
  • Im erweiterten Netz soll laut dem Bericht auch Wesseling angebunden werden. Dort bestehe zwar eine hohe Gesamtverkehrsnachfrage, es existiere jedoch mit der Stadtbahn-Linie 16 für viele Siedlungsbereiche ein schnelles Konkurrenzsystem im linksrheinischen Bereich für die Anbindung nach Köln.
  • Ein Wasserbus-System lässt sich in das vorhandene Radverkehrsnetz (u.a. „Rheinradweg“) integrieren. So könnten über den Radverkehr auch Stadtteile „in zweiter Reihe“ an potenzielle Anlegestellen angebunden werden (z.B. Anbindung Leverkusen Zentrum oder Univiertel in Köln)
  • Auf Basis des ersten Zwischenberichts werden im nächsten Schritt sechs mögliche Linien- und Betriebskonzepte für den Wasserbus ausgearbeitet, die der Politik, Verkehrsunternehmen und Verbänden zur Diskussion vorgestellt werden sollen.

Regionaler Schulterblick

Die Federführung des Projekts liegt bei der Stadt Köln, Projektpartner sind die Städte Leverkusen und Wesseling. Der Region Köln/Bonn e.V. begleitet die Erstellung der Machbarkeitsstudie fachlich und unterstützt die regionalen Kooperationspartner in Hinblick auf die regionale Perspektive.

Im Zuge der Veröffentlichung des ersten Zwischenberichts fand der durch den Region Köln/Bonn e.V. organisierte und durchgeführte erste „Regionale Schulterblick“ statt. Neben den Mitgliedern des Arbeitskreises Rhein der Region Köln/Bonn nahmen auch Vertreter/innen der Stadt Düsseldorf sowie des Regionalmanagements Düsseldorf – Kreis Mettmann an der Sitzung teil. So wird der „Blick über den Tellerrand der Region“ gewährleistet, um mögliche Perspektiven für eine Ausweitung des Wasserbus-Systems frühzeitig mitzudenken. Der nächste „Regionale Schulterblick“ ist für Frühjahr 2021 geplant, wenn die finalen Ergebnisse der Untersuchung vorliegen.

Land Nordrhein-Westfalen fördert die Studie aufgrund des Nachhaltigkeitsansatzes

Die Untersuchung wird zu 50 Prozent aus dem „Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen“ (progres.nrw) des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, da sie u.a. die Nutzung alternativer Antriebstechnologien bei der Wahl der Schiffstypen berücksichtigt.

Nachlesen können Sie die Ergebnisse des ersten Zwischenberichts der Machbarkeitsstudie im Ratsinformationssystem der Stadt Köln.

Text: Marion Michels

Kontakt:

Christian Schlump
schlump[at]region-koeln-bonn.de
0221-925 477-65

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