Abgeschlossene öffentliche Ausschreibung

Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn: Gesamtperspektive RadPendlerRouten für die Region Köln/Bonn

1. Kurzbeschreibung
Der Region Köln/Bonn e.V. hat im Rahmen dieses Verfahrens folgende freiberufliche Leistung vergeben:
„Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn: Gesamtperspektive RadPendlerRouten für die Region Köln/Bonn“

Die Bieter wurden dazu aufgefordert, ein schriftliches Angebot einzureichen.
Mit dem Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn erarbeitet die Region Köln/Bonn auf Basis der regionalen Dachstrategien Agglomerationskonzept Region Köln/Bonn (www.agglomerationskonzept.de) und Regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) (www.klimawandelvorsorge.de) erstmalig ein konzeptbasiertes, räumliches Entwicklungsprogramm mit integriertem Ansatz, das speziell auf die lokalen Besonderheiten und Bedarfe der Region abgestimmt ist. Ziele sind die Operationalisierung und Weiterentwicklung der programmatischen Ziele, Handlungsempfehlungen und Entwicklungsprinzipien der Dachstrategien in Form konkreter beispielhafter Projekte, Konzepte und Kooperationen sowie deren Einbindung in einen strategischen Handlungsrahmen. Das Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn setzt als konzeptioneller Rahmen für die beispielhaften Projekte thematische und räumliche Schwerpunkte der regionalen Entwicklung für den mittelfristigen Zeitraum bis 2030.
Im Rahmen der Bearbeitung von drei sogenannten thematischen Entwicklungspfaden sollen inhaltliche/konzeptionelle „Wissenslücken“ geschlossen werden, die aufgrund ihrer Intersektoralität und notwendigen interkommunalen Zusammenarbeit aus Sicht der Region einer Koordinierung/Moderation bedürfen. Die vorliegende Vergabe beinhaltet Arbeiten im 3. Entwicklungspfad „Mobilität und Verkehrsinfrastruktur“ zum Thema „RadPendlerRouten“.
Vom Auftragnehmer werden im Wesentlichen folgende Leistungen erwartet:

  • Räumliche Darstellungen (kartografisch) der bisherigen Konzepte, Planungen und Machbarkeitsstudien zu RadPendlerRouten und Radschnellwegen sowie Auswertung der Pendlerverflechtungen in der Region Köln/Bonn. Ableitung bzw. Aufzeigen von Lücken, Inkongruenzen und Fehlstellen (ebenfalls kartografisch) und „Qualifizierungsbedarf“ für geplante Routen
  • Durchführung von Workshops zur Identifizierung von Potenzialen und Aufzeigen von Entwicklungsperspektiven für RadPendlerRouten in der Region Köln/Bonn sowie zum Finden von künftigen Korridoren inkl. Plausibilitätsprüfung
  • Durchführung von sog. Korridorgesprächen zur Konkretisierung von potenziellen Routen-/Trassenverläufen
  • Ergebnisaufbereitung: digitale kartografische Darstellung (auf Basis der Workshops und Korridorgesprächen) sowie Benennung von Handlungsräumen, Handlungsbedarfen, Schwerpunkten und weiteren Arbeitsschritten (= Handlungsempfehlungen für die weitere Planung und Umsetzung)
  • Aufzeigen von Good-Practice-Beispielen mit jeweiligen Zuständigkeiten und Finanzierungs- bzw. Förderhintergründen
  • Interne und externe Kommunikation, d.h. mit dem Auftraggeber, dem Begleitbüro agl zum Agglomerationsprogramm und den Akteuren der Region Köln/Bonn

2. Auftraggeber (AG)
Region Köln/Bonn e.V. Rheingasse 11 50676 Köln (www.region-koeln-bonn.de)
Der Region Köln/Bonn e.V. wurde im Jahr 1992 gegründet und ist ein Zusammenschluss der kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie der Landkreise Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis. Mitglieder sind neben den acht Gebietskörperschaften die Handwerkskammer zu Köln, die Industrie- und Handelskammer Bonn/ Rhein-Sieg, die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse KölnBonn, die Sparkasse Leverkusen, der Landschaftsverband Rheinland und die DGB-Region Köln-Bonn. Als Gäste sind die Bezirksregierung Köln und die Kreise Ahrweiler, Düren und Euskirchen in die Entscheidungs- und Arbeitsgremien des Vereins eingebunden. Der Region Köln/Bonn e.V. bildet das Regionalmanagement für die Region Köln/Bonn. Ziel des Vereins ist, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und gemeinschaftlich eine strategische Ausrichtung der Region Köln/Bonn und ihrer Akteure in strukturentwicklungsrelevanten Handlungsfeldern zu intensivieren. Das Feld der „Integrierten Raumentwicklung“ bildet dabei einen Schwerpunkt.

3. Kontaktstelle für Fragen die Ausschreibung betreffend
Fragen zur Ausschreibung wurden nur über die Vergabeplattform (www.dtvp.de) schriftlich beantwortet. Die Einreichungsfrist für Angebote endete am Montag, 07. Februar 2022 um 12:00 Uhr (MEZ).

4. Kategorie der Dienstleistung
Der Region Köln/Bonn e.V. hat den Auftrag im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung gemäß § 3 (1) VOL/A vergeben.

5. Leistungsbeschreibung
a. Anlass und Hintergrund

Die Region Köln/Bonn ist von einer teilräumlich unterschiedlichen und zugleich dynamisch verlaufenden Entwicklung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die Mobilität und das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm angewachsen sind. Die Straßeninfrastruktur ist in weiten Teilen der Region bereits an ihre Belastungsgrenzen gekommen und auch der ÖPNV gelangt – insbesondere entlang der Rheinschiene und der „starken Verkehrsachsen“ – an seine Kapazitätsgrenzen. Vor diesem Hintergrund stehen nicht nur Erhalt und Ausbau bisheriger Infrastrukturen im Fokus, sondern auch die Förderung alternativer – und im besten Falle klimakluger – Mobilitätsformen.

Das Fahrrad als umwelt- bzw. klimafreundliches und gesundheitsförderndes kostengünstiges Verkehrsmittel, das für viele Distanzen (im Tür-zu-Tür-Verkehr) zudem das schnellste Verkehrsmittel ist, kann in den letzten Jahren einen enormen „Boom“ verzeichnen: Insbesondere durch den stark wachsenden Anteil von Elektrofahrrädern bzw. Pedelecs, die den Aktionsradius durch die batteriebetriebene Motorunterstützung deutlich erweitern – auch mit Blick auf den Einzugsbereich von Bahnhöfen und Stadtbahnhaltestellen für eine intermodale Mobilitätskette.

So stark der Anteil der Fahrradfahrer*innen in den letzten Jahren gestiegen ist – der Ausbau der Fahrrad- bzw. Radwegeinfrastruktur konnte in weiten Teilen der Region Köln/Bonn nicht mithalten.

Vor allem für den Berufspendelverkehr bzw. für Verbindungen zwischen Siedlungs- und Arbeits-/Ausbildungsschwerpunkten sind sog. RadPendlerRouten/Radvorrangrouten, d.h. qualitativ hochwertige (möglichst asphaltierte), leistungsfähige, sichere und möglichst kreuzungs- und konfliktarme und breit ausgebaute Radwege, eine sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Straßen- und Radwegenetz. Es kann mit ihnen ein attraktives Angebot gemacht werden, um vom motorisierten Individualverkehr auf das Fahrrad umzusteigen oder zumindest in Kombination mit dem SPNV/ÖPNV das Fahrrad in die Mobilitätskette zu integrieren. Dies trägt nebenbei zur Entlastung der übrigen Infrastruktur (im Zulauf auf die Rheinschiene) bei, verlangt allerdings in den meisten Fällen eine interkommunale Zusammenarbeit auf Ebene der entsprechenden Verwaltungen und Politik.

In der Region gibt es in Teilräumen bereits grobe Netzkonzeptionen, erste Routenplanungen, Machbarkeitsstudien und einzelne Projektierungen. So liegt z.B. für den Bereich „Köln und rechtsrheinische Nachbarn“ eine vorbildhafte Machbarkeitsstudie vor, die fünf Routen mit Verbindung nach Köln bzw. in den rechtsrheinischen Raum hinein, vorschlägt. Für den Bereich der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand wird derzeit ein Radwegenetz (Grob- und Feinplanung) erarbeitet. Auch in der Bundesstadt Bonn gibt es erste Ansätze für Radschnellwege/RadPendlerRouten und für den linksrheinischen Bereich im Rheinischen Revier die Konzeption eines gesamtregionalen Netzes für den Radverkehr. Bislang liegt für die Region allerdings noch keine Gesamtperspektive inkl. kartografischer Darstellung vor, die alle RadPendlerRouten (bereits umgesetzte, konzipierte und noch nicht konzipierte, aber sinnvolle), die zur Förderung des Radverkehrs und für entsprechende Pendelbeziehungen relevant sind, beinhaltet/zusammenführt/profiliert. Das heißt, es fehlt die Zusammenführung „vieler loser Enden“ und die Ergänzung um sinnvolle Tangenten und „Lückenschlüsse“ zu einer Gesamtperspektive. Dies ist Ziel der ausgeschriebenen Leistung und soll im Rahmen dieses Auftrags erarbeitet werden, um den Akteuren der Region eine Gesamtperspektive (kartografisch, digital) inkl. konkreter Handlungsempfehlungen zur weiteren Planung und Umsetzung an die Hand geben zu können, mit der sie in den kommenden Jahren auf entsprechende Förderprogramme zugreifen bzw. RadPendlerRouten für die relevanten Achsen, Lückenschlüsse und Tangenten/Zubringer umsetzen und profilieren können. So leistet das Projekt wichtige Beiträge und Impulse zum Klimaschutz, zur Gesundheitsförderung und zur Lebensqualität in der gesamten Region Köln/Bonn.

Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang: Anfang November 2021 hat der Landtag Nordrhein-Westfalen den Entwurf des vorgelegten Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetzes (FaNaG NRW) verabschiedet. Laut § 15 (1) „definiert das für Verkehr zuständige Ministerium das Radvorrangnetz, welches für den Radverkehr besonders wichtige, überörtliche Verbindungen umfasst“. In Absatz 3 heißt es: „Bereits bestehende oder in Erarbeitung befindliche regionale Radverkehrsnetze sollen in das zukünftig landesweite, übergeordnete Radvorrangnetz integriert werden.“ Somit trägt die Erarbeitung eins Netzes von RadPendlerRouten für die Region Köln/Bonn zu dem FaNaG NRW wesentlich bei.

Erfolgreicher Bieter:
SSP Consult, Beratende Ingenieure GmbH, Köln

Veröffentlichungstext:
Der vollständige Veröffentlichungstext mit Aufgabenbeschreibung, Fristen, Eignungs- und Zuschlagskriterien und beizubringenden Nachweisen steht Ihnen unten als Download zur Verfügung.