08.09.2017

Das Regionalmanagement Region Köln/Bonn e.V. wird 25 Jahre

Mitgliederversammlung und Empfang am einstigen Gründungsort im historischen Rathaus zu Köln fordert stärkere kommunale Kooperation

Die „Silberhochzeit der Region Köln/Bonn“ hatte am Donnerstag, den 07.09.2017, Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zum Anlass genommen, die Mitgliederversammlung des Region Köln/Bonn e.V. zur Sitzung mit anschließendem Empfang im Hansasaal des historische Rathauses der Stadt Köln einzuladen – dem Ort der Gründung des Vereins, der seinerzeit noch ‚Regio Köln, Bonn und Nachbarn e.V.‘ hieß.

Zum Empfang waren auch ehemalige Mitgliedervertreter und Vorstandsmitglieder aus den zurückliegenden 25 Jahren gekommen. Begrüßt wurden die Gäste von Gastgeberin Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie zitierte aus einer stenografischen Niederschrift der Gründungsversammlung vor 25 Jahren über die Beweggründe zur damaligen Vereinsgründung und wie es zu dem festeren Willen zur Zusammenarbeit innerhalb der Region gekommen war.

Damals aktuelle Geschehnisse hatten die Gründung des einstigen ‚Regio Köln/Bonn und Nachbarn e.V.‘ befördert wie etwa der Beschluss zum der Teilumzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin. Für Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist die regionale Zusammenarbeit unverzichtbar: „Die Themen von damals sind auch heute noch, oder wieder, aktuell: Europa, Zusammenarbeit, gemeinsame Herausforderungen. Wer heute noch glaubt mit den aktuellen Herausforderungen alleine klar zu kommen, hat nichts verstanden. Wir müssen unsere Stärken stärken und uns gemeinsam ergänzen! Kooperation statt Konfrontation – was für Europa gilt, gilt auch für unsere Region!“

In den ersten Jahren der Vereinsarbeit ging es darum, sich in diesem sich verändernden Europa, dem EU-Binnenmarkt und einer Bundesrepublik im Wandel sich nach innen als Region kennenzulernen und zu finden. Es entstanden Clusterinitiativen und wichtige Netzwerke für erfolgreiche Projekte wie beispielsweise ‚ChemCologne‘ und ‚BioRiver‘, die heute ihre Fortsetzung finden in der ‚Gesundheitsregion Köln/Bonn‘, der ‚Wasserstoffregion Rheinland HyCologne‘ und ganz aktuell im sogenannten ‚Digital Hubs‘, die gerade in Köln und Bonn regional ausgerichtet aufgebaut werden. „Region sein lohnt sich und konkrete Ergebnisse belegen diese Tatsache für unsere Bürgerinnen und Bürger sichtbar vor Ort“, so Kölns Oberbürgermeisterin Reker.

Die zweite Dekade der Vereinsarbeit von 2002 bis 2012 wurde geprägt durch eine starke Positionierung der Region und ihrer Belange und Bedarfe innerhalb NRWs in Richtung Düsseldorf: Mit der Regionale 2010, als Strukturprogramm für die Region, wurde eine Kooperations- und Projektoffensive ausgelöst, die seinen Mitgliedern Förderungen und Investitionen beschert hat.

Das heutige ‚Regionalmanagement‘ Region Köln/Bonn e.V. ist ein Zusammenschluss der kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie der Kreise Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis. Mitglieder sind neben den acht Gebietskörperschaften die Handwerkskammer zu Köln, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse KölnBonn, die Sparkasse Leverkusen, der Landschaftsverband Rheinland und die DGB-Region Köln-Bonn. Als Gäste sind die Bezirksregierung Köln und die Kreise Ahrweiler und Euskirchen in den Entscheidungs- und Arbeitsgremien des Vereins dauerhaft vertreten.

Ziel ist es, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und gemeinschaftlich eine strategische Ausrichtung der Region Köln/Bonn zu intensivieren. Aktuelle Beispiele dafür sind das Agglomerationskonzept, die Regionale Klimawandelvorsorgestrategie, die Begleitung der drei StadtUmland-Kooperationen rund um Köln und Bonn. Auch die Restrukturierung beziehungsweise die Transformation des Rheinischen Reviers im Linksrheinischen sowie die Aussicht auf eine neue REGIONALE im rechtsrheinischen Raum zählen dazu.

Oberbergs Landrat Jochen Hagt ist als amtierender Vorsitzender des Region Köln/Bonn e.V. stolz darauf, dass sich die Region aktuell mit dem Agglomerationskonzept selber ein Instrument gegeben habe, welches das erste Mal in Deutschland das umsetze, was in der Schweiz gang und gäbe sei, nämlich eine planerische strategische Vision zu entwerfen, wie die Region sich in den nächsten Jahren entwickeln könne. „Ich finde das Zieldatum 2035 dabei gut gesetzt, zumal es im Gleichklang mit dem Regionalplanprozess der Bezirksregierung Köln, also dem formellen Teil der Landesplanung steht, und wir dort in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln, aber auch mit dem Land NRW, die Kerngrundlage für die konkrete Entwicklung unserer Region und vor Ort in allen Teilräumen unserer Region in den nächsten Jahren legen“, so Hagt.

Zu dieser Entwicklung gehöre aber auch die Erkenntnis, dass die Lösungen im kommunalen und sektoralen Maßstab immer geringer würden. Es bedürfe der tatsächlichen, faktischen Kooperation und nicht weiterer Absichtserklärungen. „Dabei kommt auf uns alle und v.a. unsere Kommunalpolitik zu, dass eine Entwicklung auf dem Gebiet einer Kommune teilweise schier nicht mehr möglich ist. Insofern erwarte ich, gerade mit unseren Projekten, die wir im Zusammenspiel der großen Zentren und dem Umland am Rhein im Rahmen der Stadt-Umland-Verbünde aufgegleist haben, aber auch in den Umstrukturierungsprozessen im Rheinischen Revier und im Perspektivprozess der REGIONALE 2025 im rechtsrheinischen Mittelgebirgsraum, deutliche Sprünge der Zusammenarbeit. Wir müssen die Kooperation innerhalb der Region auf Basis unserer gut eingeübten Muster im Region Köln/Bonn e.V. jetzt in eine neue Kooperationsoffensive münden lassen – oder besser noch: in eine Verbindlichkeitsoffensive der Kooperation – besonders im Bereich der Mobilität und in den Bereichen Wohnen und Gewerbe!“

Für die Zukunft forderte Hagt, „dass wir zwischen uns, untereinander, bi- und trilateral oder auch mit ganzen Teilräumen der Region, Kooperationen eingehen, die uns dabei helfen, die anstehenden Probleme faktisch gemeinsam zu bewältigen.“ Laut Hagt seien die Voraussetzungen dank der Arbeit des Region Köln/Bonn e.V. dafür gut und er werde unter seinem Vereinsvorsitz dafür sorgen, dass diese besondere Form der Kollegialität und Freundschaft weiter ausgebaut werde: „Die Gründungsmütter und -väter des einstigen ‚Regio Köln/Bonn und Nachbarn e.V.‘ dürfen heute sicherlich stolz darauf sein, was wir in den vergangenen 25 Jahren konkret erreicht haben.“

Rainer Deppe, MdL, stellte als Vertreter der Mitgliederversammlung im Vorstand des Region Köln/Bonn e.V. und Vorsitzender des Regionalrats der Bezirksregierung Köln in seiner Ansprache den Mehrwert des Vereins für seine Mitglieder heraus. Er selbst war von der Mitgliederversammlung zuvor für weitere zwei Jahre als Vertreter dieser in den Vorstand gewählt worden. „Dank des ausgeprägten Regionalwissens des Region Köln/Bonn e.V. sind überall vor Ort Projektergebnisse der Kooperation zu sehen. Und dabei finde ich es besonders wichtig zu erwähnen, dass es dem Region Köln/Bonn e.V. aus dem Wind-Schatten der Regionale 2010 heraus gelungen ist, diese Projektorientierung in der gesamten Fläche bereitzustellen und dabei keine Unterscheidung zwischen Groß und Klein, zwischen Oberzentrum und auch den kleinsten Gemeinden zu machen, sondern alle gleichermaßen im Blick zu haben“. Dabei gehe es nicht nur um die baulichen Impulse, wie beispielsweise den Rheinboulevard oder das Zukunftsprojekt beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt :envihab, den Drachenfels, Steinmüller, :terra nova und andere. Es gehe vor allen Dingen auch um die unzähligen kleinen Maßnahmen wie Radwege, die Gestaltung von Innenstädten und Plätzen im öffentlichen Raum, die Bereitstellung von Erholungsräumen oder auch gewichtigen Einzelstandorten im Forschungs- und Hochschulbereich. Ein gutes Beispiel hierfür ist auch die Campusentwicklung der Technischen Hochschule Köln in Gummersbach und Leverkusen u.a.m.

Deppe verwies auch auf die enge Vernetzung mit der Bezirksregierung Köln und somit auch zum Land Nordrhein-Westfalen. Neben der Notwendigkeit der Positionierung in Bonn, Berlin und Brüssel sei es in den letzten 25 Jahren auch um eine veränderte Rolle der Region Köln/Bonn innerhalb des Landes Nordrhein-Westfalen gegangen. „Durch die gute Beziehung mit der Bezirksregierung Köln, aber auch durch die unzähligen und langjährigen Kontakte, die der Region Köln/Bonn e.V. konsequent zur Landesverwaltung aufgebaut hat, ist es, egal bei welcher Konstellation der Landesregierung, gelungen, speziell über die letzten 15 Jahre diese Region zu einem Aktivposten in NRW zu entwickeln.“

Die Region Köln/Bonn habe innerhalb der Regionen in NRW und in der Bezirksregierung Köln selbst einen ausgezeichneten Ruf. Viele der anderen Regionen versuchten, es dem Region Köln/Bonn e.V. gleichzutun und man könne sagen, dass der Region Köln/Bonn e.V. heute eine „Blaupause“ für die Entwicklung in anderen Landesteilen gewesen. Diese veränderte Rolle sei ein wichtiges Ziel der Gründungsmitglieder gewesen und deswegen dürfe man an dieser Stelle auch herzlich gratulieren, dass das gelungen sei.

Deppe bedankte sich im Namen der Mitgliederversammlung für die Kooperation im Region Köln/Bonn e.V. und ermutigte die neue intensive Phase der Zusammenarbeit aktiv anzugehen. „Ich habe großes Vertrauen in unsere Kooperation, dass wir auf Basis unserer 25-jährigen Zusammenarbeit auch in der nächsten Phase erfolgreich sein werden.“


Viele Gäste - darunter der aktuelle Vorstand, die aktuelle Mitgliederversammlung und ehemalige Vorstandsmitglieder aus 25 Jahren - waren zum Empfang ins Historische Rathaus gekommen

Der aktuelle Vorstand des Region Köln/Bonn e.V.

(v.l.n.r.) Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke (1. stellv. Vorstandsvorsitzender), Landrat Jochen Hagt (Vorsitzender), Regierungspräsidentin Gisela Walsken, Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt (2. stellv. Vorsitzender) mit Rainer Deppe wiedergewählter Vertreter der Mitgliederversammlung in den Vorstand/Vorsitzender des Regionalrats Köln