29.03.2017

Zum 3. Mal: Frühjahrsempfang der Regionen in Düsseldorf

180 VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft waren zum diesjährigen Treffen am 21.3.2017 von regionen.NRW gekommen, dem Zusammenschluss der acht regionalen Entwicklungs- und Marketingorganisationen in Nordrhein-Westfalen.

Was bedeutet die Dynamik der Digitalisierung für die Strukturpolitik NRW? Und wo liegen die Herausforderungen für die Regionen? Das waren die Fragestellungen, mit denen sich Redner und Diskutierende befassten.

Den Wandel in den Regionen voranbringen, denn davon hängt der Erfolg ganz NRWs ab: ein Leitmotto, das zum Frühjahrsempfang mehrfach aufgerufen wurde. Denn für Problembewältigung und Strukturwandel im regionalen Kontext, aber auch für die Zusammenarbeit und den Austausch der Regionen und nicht zuletzt für die strategische Kooperation mit der Landesregierung ist regionen.NRW angetreten – auch im Bereich der Digitalisierung.

Der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, Dr. Günther Horzetzky, umriss zum Auftakt die aktuellen Megatrends, mit denen sich das ewige Strukturwandelland Nordrhein-Westfalen auseinandersetzen muss – sowohl auf Landes- als auch auf Regionen-Ebene. Globalisierung, demographischer Wandel, Wissenstransfer und schließlich digitale Transformationen. Letztere hat Relevanz für die unterschiedlichsten Bereiche: Sie führt zu grundlegenden Veränderungen der Märkte, revolutioniert die Industrie, und Produktionsabläufe müssen radikal neu gedacht werden. „Der digitale Wandel ist die entscheidende Chance zur Modernisierung unseres Landes und unserer Wirtschaft“, so der Staatssekretär. Eine gut organisierte Strukturpolitik müsste demnach auch im Dialog mit den Regionen stattfinden, schließlich müssen diese sich entlang ihrer ganz eigenen, sehr unterschiedlichen Profile entwickeln und ihre Entwicklungsschwerpunkte definieren. Strukturentwicklung müsse von „unten nach oben“ entstehen. Andererseits sei dabei auch die Landesregierung in der Pflicht, eine interdisziplinäre, übergreifende Förderstruktur anzubieten, die gezielt den Zukunftsprojekten der Wirtschaft zu Gute kommt.

Die Vertreter der Regionen positionierten sich an einigen Punkten zum Thema Digitalisierung deutlich gegenüber der Landesregierung: „Denn nur die Kommune wird im Standortwettbewerb auf Dauer punkten, deren Digitalisierungsgrad auch mit den Anforderungen von Wirtschaft und Bürgern kompatibel ist“, so der Landrat des Rhein-Neuss-Kreises, Hans-Jürgen Petrauschke. Er übte Kritik an dem zu langsam verlaufenden Ausbau der Breitbandversorgung. „Wir sind gut, aber wir können mehr“, schloss er sein Grußwort.

Wichtiger Baustein auf dem Weg der Digitalisierung ist für Prof. Gunther Olesch, Mitglied der Geschäftsführung Phoenix Contact GmbH & Co. KG aus Ostwestfalen Lippe die enge Kooperation von Forschung und Unternehmen. In Ostwestfalen arbeiten Hochschulen Lemgo, Detmold und Höxter mit den Unternehmen eng zusammen. Transfer erfolgt praxisbezogen. Wissensaustausch hält er auch noch auf einer anderen Ebene für wichtig: Die Regionen sollten sich untereinander austauschen und voneinander lernen!

Ein weiterer Aspekt kam von Andera Gadeib, Vorstand Dialego AG und Mitglied im Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“: digitale Bildung! „Wir müssen unseren Kindern beibringen, das Digitale zu gestalten“, sagte sie und warb für einen entsprechenden Schulunterricht auch schon in der Grundschule.

Eine deutliche Forderung kam aus dem Ruhrgebiet: Josef Hovenjürgen, Vorsitzender der Verbandsversammlung beim Regionalverband Ruhr wünschte sich für die Zukunft eine lange Leine bei der Arbeit an Projekten und wünscht sich eine Politik der Chanceneröffnung und nicht der Reglementierung.

Kooperation der Kommunen und Kreise innerhalb einer Region ist und bleibt ein permanenter Arbeitsauftrag, der immer wieder Überzeugungskraft kostet, aber oft genug auch zu Erfolgserlebnissen führt. Die Region Südwestfalen, die über die Arbeit an der Regionale 2013 zusammengefunden hat, verbucht die gemeinsame Kraftanstrengung als sehr großen Erfolg, denn sie hat die Region mit ihren Qualitäten bekannt gemacht. Eins von mehreren Beispielen, das Mut macht und Kraft gibt, gemeinsam Position zu beziehen für eine Strukturpolitik, die Wege für den digitalen Wandel ebnet.


Links:

regionen.nrw

Gruppenbild mit der stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes NRW Silvia Löhrmann, dem 1. Vizepräsident des Landtages NRW Eckhard Uhlenberg, dem Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, Dr. Günther Horzetzky, den Vertretern der Regionalmanagements in NRW sowie Podiumsteilnehmern und dem Landrat des Rhein-Kreises Neuss Hans-Jürgen Petrauschke

Eckhard Uhlenberg, 1. Vizepräsident des Landtages NRW

Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, Dr. Günther Horzetzky

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen beim Schlußwort