Konzeption für eine Internationale Bau- und Technologie-Ausstellung im Rheinischen Revier

Der Kohleausstieg beschleunigt den Strukturwandel im Rheinischen Revier und löst massive räumliche Transformationsaufgaben aus. Hierin liegen große Herausforderungen und Chancen zugleich. Es gilt daher, eine ambitionierte Zukunft für den Raum aufzuzeigen.

Der Region Köln/Bonn e.V. ist seit vielen Jahren aktiver Mitgestalter dieses Strukturwandels, insbesondere im Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Kreis Neuss. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen im Bereich der integrierten Raumentwicklung und der Formatierung regionaler Strukturprogramme wurde der Verein, treuhänderisch und auf Zeit, seitens des Landes mit der Aufgabe betraut, ein Konzept für eine Internationale Bau- und Technologieausstellung (IBTA) zu erarbeiten. Der formale Auftrag ist im Herbst 2019 an den Region Köln/Bonn e.V. ergangen.

Wofür steht IBTA?

  • I für Internationale Reichweite: Entwicklung von Projekten mit internationaler Strahlkraft
  • B für Bau: physische Realisierung von Zukunftsprojekten
  • T für Technologie: Technologieanwendungen aus der Transformationsaufgabe heraus
  • A für Ausstellung: Expositionscharakter des Formats

Ziel der IBTA ist es, das Rheinische Revier mittels modellhafter Konzepte und Projekte, die als „Next-Practice-Ansätze“ über ihre Zeit hinausweisen, zu einer multifunktionalen, innovativen Industrie- und Wirtschaftsregion mit hoher Lebensqualität zu entwickeln.

Schnittstellen zur Zukunftsagentur Rheinisches Revier

Als einer der sieben Revierknoten unterstützt der Region Köln/Bonn e.V. die Akteure des Reviers, das Land NRW und die Zukunftsagentur Rheinische Revier (ZRR) bei der Ausarbeitung eines Wirtschafts- und Strukturprogramms (WSP) für das Rheinischen Revier. Die sieben Revierknoten haben die Themenschwerpunkte Energie, Industrie, Agrobusiness und Ressource, Mobilität und Infrastruktur, Raum, Innovation und Bildung sowie Internationale Bau- und Technologieausstellung.

Revierknoten „Internationale Bau- und Technologie-Ausstellung“

Die Hauptaufgabe des Revierknotens IBTA besteht darin, gemeinsam mit Fachakteuren aus dem Revier und externen Experten bis Anfang 2022 ein Konzept zur IBTA stufenweise zu entwickeln und als Memorandum zu verfassen. Im Endergebnis liegt ein detailliertes Produkt vor, welches dann sowohl die Region als auch die Landesregierung in die Lage versetzt, eine IBTA mit Wirkkraft für die nächsten zwei Dekaden auszurufen.

Die IBTA stützt sich dabei auf die bisherigen Prozessergebnisse und teilregionalen bzw. interkommunalen Kooperationen im Rheinischen Revier (LandFolge Garzweiler, Tagebauumfeldinitiative Hambach, Rheinisches Sixpack, indeland u.a.).

Prozessübersicht IBTA (Stand: 08/2019)

IBTA - Rahmen und Format für Höchstambition und Next-Practice

Der inhaltliche Fokus der IBTA liegt auf:

  • der ökologischen, wirtschaftsstrukturellen und gesellschaftlichen Dimension der Energiewende und des Klimawandels und den damit verbundenen Transformationsprozessen im Rheinischen Revier in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung als Industrieregion,
  • der Realisierung neuer innovativer Arbeitsstandorte, Dorf- und Quartiersentwicklungen sowie des zukunftsfähigen Umbaus bestehender Siedlungsbereiche mit einem hohen Anspruch in baukultureller, ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht,
  • der Konversion mittelfristig nicht mehr benötigter Standorte und Infrastrukturen der Braunkohlenförderung und -verstromung (z.B. Kraftwerke) hin zu Arbeitsstandorten der Zukunft und Stätten der Industriekultur,
  • der Identifikation und Erprobung innovativer und visionärer Technologien und deren Anwendung sowie der Schaffung von Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung hiermit und deren Erfahrbarmachung,
  • der Gestaltung der in ihrer Dimension in Europa einzigartigen landschaftsräumlichen Transformation hin zu multifunktionalen Landschaften, die neue Standort- und naturräumliche Qualitäten sowie Naherholungs- und Tourismusangebote schaffen, klimaresilient sind und neue Wertschöpfungspotenziale in einer Energielandschaft und Landwirtschaft der Zukunft bieten,
  • der Schaffung einer Verkehrs- und Mobilitätsinfrastruktur der Zukunft, die das Revier und insbesondere die Tagebaufolgelandschaften nachhaltig und klimaschonend erschließt und an die umgebenden Ballungs- und Wirtschafträume leistungsstark anbindet,
  • der Anwendung experimenteller Planungsinstrumente/-werkzeuge zur Umsetzung innovativer Projekte der integrierten räumlichen Entwicklung und Schaffung eines Modellraums für die grundlegenden Fragen einer zukünftigen, vernetzten multifunktionalen und -modalen Flächen- und Infrastrukturentwicklung,
  • der Etablierung des Rheinischen Reviers als Präsentations-, Ausstellungs- und Erfahrungsraum (EXPO Rheinisches Zukunftsrevier) für innovative und nachhaltige räumliche, wirtschaftsstrukturelle, gesellschaftliche und technologische Innovationen und Transformationsprozesse mit Fokus auf die Energiewende und den Klimaschutz.

Hintergrund: Von IBA zu IBTA

Zentral ist, dass die IBTA bewusst eine Erweiterung des bekannten und etablierten Formates der Internationalen Bauausstellungen anstrebt und die Aufmerksamkeit auf das „T“, welches für „Technologie“ steht, lenkt. Die Idee der IBTA ist es, neue und innovative, zukunftsgewandte Technologien und deren Erprobung und Anwendung zu präsentieren. Dies mit einem Fokus auf die für die Region zentralen und authentischen Themen der Energiewende und der Klimawandelvorsorge (im Sinne von Klimaschutz und -anpassung).

Dabei wird bewusst nicht nur auf Technologien im Kontext von Bauen, räumlichem Umbau und Infrastruktur abgestellt. Vielmehr sollen darüber hinaus auch Ansätze befördert, präsentiert und erfahrbar gemacht werden, die sich im Bereich der Technologieanwendung aus der Transformationsaufgabe der regionalen Wirtschaft und den Potenzialen der Forschungs- und Hochschullandschaft im Revier ergeben und die gesellschaftliche Relevanz entfalten.

Die IBTA soll als rahmengebendes Format für den Strukturwandel in den kommenden Jahrzehnten federführend mit und für das Rheinische Revier entwickelt werden. Der Revierknoten IBTA wird finanziert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nach oben

Gefördert von:

Kontakt:

Dr. Reimar Molitor
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
Tel.: +49 221 925477-20
molitor[at]region-koeln-bonn.de

Jens Grisar
Handlungsbevollmächtigter/stellv. Geschäftsführung
Tel.: +49 221 925477-40
grisar[at]region-koeln-bonn.de

Jan Danielzok
Projektmanagement Integrierte Raumentwicklung
Tel.: +49 221 925477-56
danielzok[at]region-koeln-bonn.de

 

 

Weitere Informationen: