29.06.2016

Raumentwicklungsperspektiven für die Region Köln/Bonn - Erstes Agglomerationskonzept in Deutschland

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin übergibt Förderbescheid über 742.000 € für das Pro-jekt Agglomerationskonzept an den Region Köln/Bonn e.V.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat am heutigen Mittwoch, den 29.06.2016 einer Delegation des Region Köln/Bonn e.V. den Förderbescheid für das sogenannte „Agglomerationskonzept“ überreicht. „Tragfähige und langfristig erfolgreiche Raumstrukturen bilden das Fundament dafür, dass sich die Regionen im Land wirtschaftlich und strukturell weiterentwickeln. Deshalb unterstützen Land und EU dieses innovative und strategische Projekt, um die Entwicklungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Region Köln/Bonn zu sichern“, so Minister Duin.

Das Projekt umfasst einen auf ca. drei Jahre angelegten Planungs- und Dialogprozess, in dem Akteure der Region Perspektiven und Konzepte für die weitere räumliche Entwicklung bis 2035 erarbeiten werden. Das Projekt wird im Rahmen des Projektaufrufs Regio.NRW aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in der laufenden Strukturförderperiode 2014-2020 von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. 50% des Projektvolumens von knapp 930.000 € stammen dabei von der EU, 30% werden vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Die verbleibenden 20% bringt der Region Köln/Bonn e.V. ein, der stellvertretend für die Region Träger und Koordinator des Projektes ist. Im Vorfeld der Förderung hatte sich das Projekt erfolgreich im NRW-Förderaufruf REGIO.NRW durchgesetzt.

In einem intensiven Dialog in Form von Workshops, Kolloquien und Foren werden die Akteure der Region aktuelle und zukünftige Herausforderung der Raumentwicklung in der Region sowie sich daraus für die kommenden zwei Jahrzehnte ergebende Szenarien diskutieren. Mehrere interdisziplinäre Planungsteams aus Stadt- und Regionalplanern, Landschaftsplanern, Mobilitätsexperten, Wirtschaftsgeographen usw. werden den Prozess durch die Erarbeitung konkreter räumlicher Zielbilder und Konzepte befördern. Ziel ist es, Perspektiven für eine raumverträgliche und integrierte Entwicklung der Region aufzuzeigen. Es geht darum, eine weitere siedlungsräumliche Entwicklung, vor allem in Form von Wirtschafts- und Wohnbauflächen, mit zukunftsfähigen Verkehrsinfrastrukturkonzepten in der Region zusammenbringen. Und dies im Einklang mit der regionalen Freiraumentwicklung, die als Standortfaktor aber auch vor dem Hintergrund des Klimawandels weiter an Bedeutung gewinnt. Durch die Erarbeitung von Ansätzen für den zukunftsfähigen Um- und Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur und die Beförderung kompakter Siedlungsstrukturen soll das Projekt Beiträge zum Klimaschutz in der Region leisten. Aufgrund der herausragenden Bedeutung der Mobilitätsentwicklung kooperiert der Region Köln/Bonn e.V. bei der Umsetzung des Projekts mit der Nahverkehr Rheinland GmbH, die ihre dahingehende Fachexpertise in den Prozess einbringen wird.

Für den Vorstand des Region Köln/Bonn e.V. waren Jochen Hagt, 1. stellvertretender Vorsitzender und Landrat des Oberbergischen Kreises, Dr. Ortwin Weltrich, 2. stellvertretender Vorsitzender und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken und Dr. Reimar Molitor als geschäftsführendes Vorstandsmitglied ins Wirtschaftsministerium gereist, um den Förderbescheid entgegenzunehmen. Sie dankten Minister Duin für die Unterstützung des Projektes und die bewilligten Mittel, mit denen der Region Köln/Bonn e.V. den Prozess zum Agglomerationskonzept in den kommenden drei Jahren nun umsetzen kann.

Jochen Hagt betonte insbesondere die Bedeutung des Projektes für die Kreise und Kommunen der Region. „Im Rahmen des Agglomerationskonzeptes erhalten wir als Kreise und Kommunen der Region die Chance, uns gemeinsam und pro-aktiv eine Entwicklungsperspektive für die räumliche Entwicklung zu erarbeiten und diese in den jüngst angelaufenen Prozess zur Fortschreibung des Regionalplans Köln einzubringen. Das Projekt wird die Zusammenhänge der Entwicklung über Kommunen- und Kreisgrenzen hinweg aufzeigen und Lösungsvorschläge formulieren. Wir merken in der alltäglichen Arbeit an den drängenden Entwicklungsaufgaben z.B. im Bereich der Mobilität, der Wohnraumversorgung oder Daseinsvorsorge, dass der regionale Maßstab und eine interkommunale Arbeitsteilung immer wichtiger werden“.

Stellvertretend für die regionale Wirtschaft hob Dr. Ortwin Weltrich hervor: „Für die Unternehmen der Region ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und eine Flächenverfügbarkeit für weitere wirtschaftliche Entwicklung und den Wohnungsbau von entscheidender Bedeutung. Angesichts steigender Transit- und Cargoverkehre und einem über Jahrzehnte aufgebauten Sanierungsstau brauchen wir Planungsperspektiven zum Umbau und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und eine prioritäre dahingehende Investitionsförderung“.

Gisela Walsken machte für die Bezirksregierung Köln deutlich: „Als Regionalplanungsbehörde für den Regierungsbezirk Köln begrüßen und unterstützen wir das Projekt Agglomerationskonzept ausdrücklich und sind eng in den Prozess der Vorbereitung und jetzt anstehenden Umsetzung eingebunden. Wir erwarten aus dem Projekt wichtige Impulse für unser formelles Planverfahren zum neuen Regionalplan und wollen das Agglomerationskonzept als zentralen Fachbeitrag der Region Köln/Bonn dort einbringen. Nicht zuletzt sehe ich das Projekt als wichtigen Beitrag zur Positionierung des Raumes Köln/Bonn im zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerb der Regionen um Investitions- und Strukturmittel, z.B. im Bereich der Infrastrukturförderung. Mit dem integrierten Agglomerationskonzept entsteht eine mittelfristige Planungsperspektive, die regionale Investitions- und Entwicklungsbedarfe aufzeigt und die Region damit in eine gute Ausgangslage im Hinblick auf kommenden Strukturförderperioden und -programme bringen wird.“

Der offizielle Startschuss im Prozess zum Agglomerationskonzept für die Region Köln/Bonn fällt mit einem Regionalforum Ende des Jahres 2016. Anfang 2017 folgen dann regionale Workshops zu den Herausforderungen und möglichen Entwicklungsszenarien der Region, bevor voraussichtlich ab Ende 2017 vier interdisziplinäre Planungsteams im Austausch mit der Region konkrete Zielbilder für die Raumentwicklung entwerfen und zur Diskussion stellen.

Ansprechpartner für das Projekt Agglomerationskonzept beim Region Köln/Bonn e.V:
Dr. Reimar Molitor, Jens Grisar, Christoph Hölzer, grisar[at]region-koeln-bonn.de

 


V.l.n.r.: Projektleiter Jens Grisar, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Dr. Reimar Molitor, Minister Garrelt Duin, Landrat Jochen Hagt, Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich, Regierungspräsidentin Gisela Walsken

V.l.n.r.: Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Dr. Reimar Molitor, Minister Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich, Landrat Jochen Hagt